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Krebsfrüherkennung rettet Leben

Die häufigste Krebserkrankung hierzulande, nämlich Brustkrebs, betrifft zwar Frauen, aber auch für Männer ist das Krebsthema sehr wichtig. 40 Prozent alle Krebserkrankungen beim Mann fallen in das urologische Fachgebiet.

Der Prostatakrebs ist mit 67.600 Neuerkrankungen im Jahr (Quelle: Deutsche Krebshilfe, Stand 08/2013) die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Das durchschnittliche Erkrankungsalter hierfür liegt bei 70 Jahren. An zweiter Stelle steht der Darmkrebs mit 38.300 Neuerkrankungen und Lungenkrebs folgt auf Platz drei (33.700 jährliche Neuerkrankungen). In den Anfangsjahren der Krebsfrüherkennung wurde die Prostata abgetastet, der Blutdruck gemessen und der Stuhl für die Darmkrebsfrüherkennung auf okkultes Blut, also nicht sichtbares Blut untersucht. Später kam dann die Darmspiegelung als neue Untersuchungsmethode hinzu. Heutzutage ist fürs Erkennen des Prostatakrebs ein reines Abtasten bei weitem nicht mehr ausreichend. Denn dadurch lässt sich der Tumor nur erkennen, wenn er schon eine gewisse Größe erreicht hat. Diese Methode ist also eher eine Spät- als eine Früherkennung. Deutlich besser geeignet ist daher der transrektale Ultraschall (TRUS). Dabei wird eine Ultraschallsonde in das Rektum, also den Mastdarm, des Patienten geschoben. Die Sonde liefert nicht nur sehr genaue Bilder von der Größe, Form, Begrenzung und Binnenstruktur der Prostata, sondern auch der Samenblasen. Die Prostata liegt zwischen Harnblase und Beckenboden unmittelbar vor dem Rektum und lässt sich daher gut transrektal untersuchen. Für Patienten mag die Untersuchung zwar etwas unangenehm erscheinen, sie erfolgt aber völlig schmerzfrei.

Bestimmung des PSA-Werts
„Bei allen Krebsarten, so natürlich auch beim Prostatakrebs erhöht das frühmöglichste Erkennen die Heilungschancen“, sagt Dr. Volker Brenneke, Experte für urologische Operationen in Berlin. Es ist daher wichtig, den Tumor in einem Stadium zu entdecken, in dem er noch lokal, also auf die Prostata begrenzt ist. Eine weitere und unter Umständen zusätzliche Möglichkeit der Früherkennung ist die Messung des PSA-Wertes im Blut. PSA bedeutet Prostataspezifisches Antigen. Das ist ein Protein, welches von allen Prostatazellen, aber insbesondere von Prostatakrebszellen in großen Menge produziert wird. Nicht immer hat ein Anstieg des PSA etwas mit Krebsursachen tun. Es können auch harmlose Gründe dafür vorliegen. Erfahrene Urologen können die Ergebnisse einer PSA-Untersuchung gut einschätzen.

Entstehungsgeschichte nicht sicher geklärt

Ganz gleich wie gut die modernen Methoden der Krebsfrüherkennung sind, besser ist es natürlich, wenn Risikofaktoren ausgeschaltet werden, so dass es gar nicht erst zur Erkrankung kommt. Nicht für alle Krebserkrankungen ist die Entstehungsgeschichte sicher geklärt. Daher ist sinnvolle Prävention nur in Teilen möglich. Fest steht aber, dass Tabakkonsum ein erheblicher Risikofaktor ist. Ein Viertel bis ein Drittel aller Krebstodesfälle geht auf das Rauchen zurück. Auch Übergewicht und Bewegungsmangel gelten hinsichtlich möglicher Krebserkrankungen als problematisch, wenngleich die genauen Zusammenhänge noch nicht so deutlich wie beim Rauchen sind. Auch ernährungsabhängige Faktoren und der Alkoholkonsum spielen bei Krebserkrankungen eine Rolle.