< Zeit für neue Verhütungsmethoden für den Mann?

Beschneidung – komplikationsarmer Eingriff mit Vorteilen


Die Liste der medizinischen Gründe, die für eine Beschneidung beim Mann (Zirkumzision) sprechen, sind lang. Welche Vorteile dieser komplikationsarme Eingriff bietet.

Die Vorhaut sollte sich ohne Probleme über die Eichel schieben lassen. Bei der Phimose ist dies nicht möglich. Die verklebte Vorhaut schützt die Eichel und die Harnröhre des Säuglings und Kleinkindes vor Keimen. Nach Abschluss des ersten Lebensjahres ist bei 50 Prozent der Jungen ein Zurückschieben der Vorhaut möglich. Nach dem dritten Lebensjahr steigt die Quote schon auf 90 Prozent und bei 16- bis 17-jährigen trifft es statistisch nur noch ein Prozent, bei denen das Zurückschieben nicht möglich ist und somit eine Vorhautverengung vorliegt.

„Es gibt medizinische Gründe, die dafür sprechen, dass eine Beschneidung bereits vor dem Erwachsenenalter angezeigt ist“, erklärt Dr. Volker Brenneke, Urologe im Berliner Prenzlauer Berg. „Nämlich dann, wenn es zu wiederkehrenden Entzündungen an der Vorhaut und der Eichel sowie der ableitenden Harnwege kommt.“

Im Erwachsenenalter kommen dann noch weitere medizinische Indikationen wie beispielsweise ständiges Aufreißen beim Geschlechtsverkehr hinzu, welche eine Beschneidung notwendig machen können.

Teilweise oder vollständige Entfernung
Nicht immer muss die Entfernung der Vorhaut operativ erfolgen. Sollten beispielsweise bei der Intimhygiene keine tiefergehenden Probleme auftreten, kann durchaus zunächst versucht werden, die Verengung mittels cortisonhaltiger Salben zu lösen. Bei der operativen Entfernung wird zwischen vollständiger und teilweiser Beseitigung unterschieden. Nach dem vollständigen Entfernen liegt die komplette Eichel frei. Zwischen Eichel und Penisschaft ist nur noch eine feine Naht zu sehen. Diese OP-Methode kommt meist im Erwachsenenalter zum Tragen, da sie risikoärmer in der Folge ist. Denn an der Nahtstelle der OP kann es erneut bedingt durch Narbenbildung zu einer Engstelle kommen.

Bei der unvollständigen Variante bleibt ein Teil der Vorhaut erhalten und bedeckt die Eichel teilweise weiterhin. Eine solche teilweise Beseitigung wird oft im Kindesalter durchgeführt, weil es hier oftmals ausreicht, wenn die Vorhaut einschließlich des sichtbaren Schnürrings entfernt wird.

Zudem besteht noch die Variante der sogenannten Erweiterungsplastik. Hierbei wird die Vorhaut durch die Operation nicht wesentlich gekürzt, sondern eine Erweiterung der Vorhautöffnung durchgeführt. Auch diese Methode findet häufiger im Kindesalter Einsatz.

Komplikationsarmer Eingriff
Eine Zirkumzision bei einem erfahrenen Operateur ist ein komplikationsarmer Eingriff, mögliche Schmerzen nach der Operation sind gut erträglich. Auch nach dem Heilungsprozess sind die Auswirkungen für beschnittene Männer gering. Zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff ist die Eichel zwar sensibler, aber das Empfinden kommt dann wieder auf das Niveau wie vor der Beschneidung. Auch hinsichtlich der Potenz gibt es keine Einschränkungen.

Die Auswirkungen der Beschneidung sind in aller Regel positiv. Denn sowohl bei Jungen wie bei Erwachsenen reduziert sich das Risiko der Harnwegsinfekte. Ebenso sinkt statistisch gesehen das Risiko für eine Krebserkrankung. Zudem ist die Ansteckungsgefahr für HIV bei beschnittenen Männern geringer als für unbeschnittenen.