< Nierengesundheit oft kein Thema

Beschneidung als Befreiung


Religiös motivierte Beschneidung lösten im vergangenen Jahr heftige Diskussionen aus. Doch auch im Jugend- oder Erwachsenenalter kann das Thema Beschneidung akut werden, nämlich dann, wenn eine Phimose vorliegt.

Im nicht erigierten Zustand sollte sich die Vorhaut des männlichen Penis ohne Probleme über die Eichel schieben lassen. Bei Säuglingen und Kleinkindern geht dies allerdings nicht. In diesem Alter ist eine Vorhautverklebung völlig normal. Denn etwa 95 Prozent der Jungen kommen mit einer natürlichen Vorhautverengung (Phimose) zur Welt. Die verklebte Vorhaut schützt die empfindliche Eichel und die Harnröhre vor Keimen. Erst wenn die Jungen etwa zwei Jahre alt sind, löst sich diese Verklebung. Im Kleinkindalter sollte deshalb das gewaltsame Zurückziehen der Vorhaut unterlassen werden. Für die Hygiene reicht es daher aus, wenn der Penis in diesem Alter nur von außen gewaschen wird. Problematisch ist es jedoch, wenn ein Zurückschieben im Jugend- und Erwachsenenalter nicht möglich ist. Dann liegt eine Vorhautverengung (Phimose) vor.

Vorhautverengungen im Jugend- oder Erwachsenenalter können verschiedene Ursachen haben. Möglich ist, dass die Verengung angeboren oder eine Folge von Entzündungen ist. „Gerade bei narbigen Verengungen oder rezidiven, also wiederkehrenden, Einrissen beim Geschlechtsverkehr sollte eine Zirkumzision (Beschneidung) in Erwägung gezogen werden“, sagt Dr. Volker Brenneke, Experte für urologische Operationen in Berlin.

Vollständige Entfernung verhindert Rezidiv-Gefahr
Bei der Zirkumzision wird zwischen einer teilweisen oder vollständigen Entfernung der Vorhaut unterschieden. Die Entscheidung fällt immer in Abhängigkeit des präoperativen Befundes. Eine vollständige Entfernung hat den Vorteil, dass dadurch die Rezidiv-Gefahr, also dass Beschwerden oder Entzündungen erneut auftreten, deutlich vermindert wird. Die Operation bei einer Vorhautverengung geschieht heutzutage minimal-invasiv, d.h. nur mit kleinsten Verletzungen der Haut. Tritt bei erwachsenen Männern die Phimose progredient auf, d.h. der Krankheitsverlauf ist fortschreitend, sich verschlimmernd sollte auch eine Untersuchung auf Diabetes stattfinden. Denn wenn eine Phimose bei Männern fortgeschrittenen Alters auftreten, liegt oftmals schon länger eine Diabetes vor. Der zuckerhaltige Urin bietet den Bakterien unter der Vorhaut günstige Lebensbedingungen und sorgt so in der Folge für Phimose.