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Bei Penisverkrümmungen keine Zeit verstreichen lassen


Erste Verknotungen oder Verhärtungen im Penis können Anzeichen einer aufkommenden Penisverkrümmung sein. Die genauen Ursachen dieser Erkrankung sind noch nicht ausreichend erforscht, dennoch sollten Betroffene nicht zögern, den Urologen zu konsultieren.

Verbiegungen und Verkrümmungen des männlichen Glieds sorgen für einen enormen Leidensdruck. Denn dadurch kann unter Umständen das Sexualleben erschwert oder unmöglich und für Männer zur psychischen Belastung werden. Patienten sollten die ersten Anzeichen für solche Verformungen daher nicht auf die leichte Schulter nehmen und den Arzt aufsuchen.

Erste Anzeichen können knotige Verhärtungen oder auch Schmerzen bei der Erektion sein. Der medizinische Fachausdruck für Penisverkrümmungen ist „Induratio penis plastica“ (IPP). Bei dieser Erkrankung entsteht ein Knick im Penisschaft. Statistisch gesehen tritt die Erkrankung selten vor dem 35. Lebensjahr auf. Die Ursachen für IPP sind noch weitestgehend unklar. Ausgangspunkt der Erkrankung kann eine Entzündungsreaktion sein, welche Narben in der Schwellkörperhülle hinterlässt. Da Narben weniger elastisch und weniger dehnbar als das „normale“ Bindegewebe des Schwellkörpers sind, kann es zu Deformationen kommen. Als mögliche Ursache kommt auch eine traumatische Bindegewebsstörung in Frage. Mikroverletzungen im Gewebe wandeln das einst elastische Bindegewebe in sprödes Bindegewebe um. Im Zuge der Erkrankung schrumpft und krümmt sich dann der Penis. Für diese Penisverkrümmungen können aber auch genetische Auslöser verantwortlich sein. Beim IPP wird zwischen zwei Phasen unterschieden. In der akuten Phase treten Schmerzen bei der Erektion auf und es kommt zu einer Verkrümmung bei der Erektion. In der zweiten Phase treten die Schmerzen nicht mehr auf und die Deformation kommt zum Stillstand. Tückisch ist jedoch, dass es auch nach Jahren der Stabilität wieder zu schubweisen Verläufen kommen kann.

Hohe Dunkelziffer
Experten gehen davon aus, dass etwa drei bis neun Prozent der Männer von einer IPP betroffen sind. Die Dunkelziffer liegt aber vermutlich höher, denn für viele Männer ist es sicherlich unangenehm mit dieser Erkrankung zum Arzt zu gehen oder sie haben sich mit dem Zustand arrangiert. „Viele Männer lassen unnötig zu viel Zeit vergehen, bevor sie einen Urologen aufsuchen“, sagt Dr. Volker Brenneke, Experte für urologische Operationen in Berlin. Meist erst dann, wenn die Erektion schon schmerzvoll ist und bereits eine Verkrümmung eingesetzt hat. Sinnvoller wäre es jedoch, bereits bei ersten Verhärtungen oder Verknotungen den Arzt aufzusuchen. In der akuten Phase der Erkrankungen kann medikamentös behandelt werden, in der späteren, stabilen Phase sind auch je nach Schwere der Krümmung Operationen möglich. Kommt zur Verkrümmung noch eine erektile Dysfunktion hinzu, ist es beispielsweise möglich, hydraulische Penisprothesen zu implantieren.